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Clownvisite im Seniorenheim

„Hallo, da seid ihr ja endlich wieder“. Freundliche, überschwengliche Begrüßung schon im Foyer des Hauses. Erkennungszeichen von Clownin Rosanna: hennarot gefärbte, lockige Haare, die eine große, rosa Schleife zieren. Clown Pits Kennzeichen: freche Kappe und eine ausgesprochen knubbelig komische Nase. Nach informativem Gespräch und Austausch mit Fr. Jerger oder Fr. Wranik über den aktuellen Zustand der Bewohner*innen und einem kurzen „Aufwärmen“ von Körper und Stimme, ziehen wir gutgelaunt los, mit Koffer und Tasche voller Requisiten, kleiner Gitarre und einer Liste der Bewohner*innen, die wir besuchen dürfen. Trotz Arbeitsstress herrscht im Haus eine geschäftige, freundliche Atmosphäre. Die meisten Pflegekräfte, denen wir begegnen, sind nicht aus der Ruhe zu bringen, sie sind stets aufgeschlossen für kleine Clown-Scherze und -Komplimente.

Clown Pit und Clownin Rosanna

Wir freuen uns auf die Bewohnerinnen und Bewohner. Die Ersten treffen wir auf Fluren oder in Aufenthaltsräumen und wir begrüßen sie lachend im Vorübergehen. Wir verweilen kurz, um gemeinsam ein Lied zu singen oder den charmanten Guiseppe, eine kleine Marionette, oder Eduard, den großen Tänzer, ein komischer Marionetten-Vogel vorzustellen. Dann geht es weiter zu den Menschen, die in ihren Zimmern schon auf uns warten. „Hallo, hier sind die Clowns vom Dienst. Dürfen wir hereinkommen?“ Vertraute lachende Gesichter. In den meisten Fällen sind wir willkommen. Und das ist wunderbar. Und doch gibt es auch immer mal wieder Situationen, die sensibel erspürt werden müssen, wo eine Clownvisite situativ nicht angebracht ist. Die Clownvisiten sind in der Regel sehr bereichernd. Manchmal sind es zarte, sehr leise Momente, in denen ein kleines feines Lied oder ein Gedicht von Rainer Maria Rilke o.ä. erfreut, manchmal sind es die komischen, lustigen, lauten Momente mit Frau Schnatterschnut, der Handpuppe mit gelben Zöpfen und großem Maul, die sich als ehemalige Opernsänger des Nationaltheaters ausgibt und gerne Arien zum Besten gibt. Immer wieder kommt es zu anrührenden Begegnungen, Glücksmomenten, wenn sich Augen öffnen, uns anstrahlen, wir als Clowns ins Vertrauen gezogen werden, wenn Nähe zugelassen und erwünscht wird. Es ist jedes Mal ein wunderschönes Erlebnis für uns, mit den Bewohner*innen zu scherzen, zu singen, zu lachen oder auch schweigend nur eine Hand halten zu dürfen. Wir sind dankbar, diese wertvolle Arbeit machen zu dürfen. Auch dankbar dafür, dass wir eine Anerkennung unserer Arbeit durch die Einrichtungsleitung und des Personals erfahren und die Finanzierung unseres Honorars aus eigenen Mitteln des Heimes bestritten wird.

Ihre Clownin Rosanna und Clown Pit

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