Sie befinden sich hier

Inhalt

Berichte & Bildergalerie

Jung und Alt spielen gemeinsam

Jung und Alt spielen gemeinsam

In Kooperation mit der freien internationalen Theatergruppe "Unser Theater" und Bewohner*innen des Ida-Scipio-Heims entsteht aktuell das Projekt "Jung und Alt spielen gemeinsam". Inhalte des Projektes werden vor allem biografische Erinnerungen und Erfahrungen sein, die im Rahmen von Interviews mit Bewohner*innen erhoben wurden.

Jugendliche mit Migrationshintergrund im Alter zwischen acht und zwölf Jahren haben diese Interviews gemeinsam mit Limeik Topchi (Leiter der freien internationalen Theatergruppe „Unser Theater“) geführt. In den Interviews äußerten sich die befragten Menschen zu verschiedenen Themen, die Ihr Leben geprägt haben, um den gefüllten Korb an Erinnerungen und Erfahrungen zu öffnen und um diese Inhalte an die jüngere Generation weiterzugeben.

Die offene Theaterprobe „Interaktive Performance“ fand am 5.10. und am 6.10.2018 im Rahmen der "einander. Aktionstage 2018" des Mannheimer Bündnisses „Zusammenleben in Vielfalt“ im Ida-Scipio-Heim statt. Das Theaterprojekt ist eines der Projekte, die für 2018 eine Bundesförderung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhalten.

Aus der Fülle der entstandenen Videomaterialien wurde eine Kurzform für die "Interaktive Performance" zusammengestellt und im Anschluss den Anwesenden gezeigt. Um den Prozess darzustellen, war es zunächst das Ziel eine interaktive und partizipative Performance mit den jungen Menschen und den älteren Menschen zu gestalten. Somit soll das Zusammenspiel der Generationen dargestellt werden - um Brücken zwischen den Generationen zu schlagen, die Neugierde zu wecken um somit das Verständnis auf beiden Seiten von Jung und Alt zu fördern.

Aus den verschiedenen Sequenzen der geführten Interviews sowie der aufgezeichneten Theaterprobe „Interaktive Performance“ wird im Anschluss ein Dokumentarfilm angefertigt, der im Dezember 2018 der Öffentlichkeit im Ida-Scipio-Heim präsentiert werden soll. Der Dokumentarfilm, sowie das Theaterstück werden unter der Leitung von Limeik Topchi aus den Inhalten der geführten Interviews entstehen.

Geschichten die das Leben schreibt

„Guten Tag! Mein Name ist Fräulein Walch, Zimmer 74.“

Im Mai 1975 bestand ich das Abitur, Mitte Oktober konnte ich das Studium in Heidelberg beginnen. Für die Zeit dazwischen war es mir mit Glück gelungen, einen der be-gehrten Plätze als „Aushilfsbriefträgerin“ in der Mannheimer Hauptpost zu ergattern. Die Bundespost stellte damals alljährlich in der Haupturlaubszeit als Vertretung für die „richtigen“ Zusteller eine gewisse Zahl von Studenten ein.

Im September 1975 bekam ich den Bezirk, in dem das Ida-Scipio-Heim lag. Gleich am ersten Tag begegnete mir Fräulein Walch. Sie stand vorne im Eingangsbereich, klein, ganz zierlich, mit aufrechter Haltung, dunkelhaarig, elegant gekleidet, mit wachem Blick, und begrüßte mich mit einem Lächeln: „Guten Tag! Mein Name ist Fräulein Walch, Zimmer 74. Haben Sie Post für mich?“
Ich sah sie überrascht an. Der „richtige“ Briefträger hatte mir vorher eingeschärft, dass Briefe für die Verwaltung dort abgegeben werden sollten und Briefe für die Be-wohnerinnen unbedingt in die einzelnen Briefkästen zu werfen seien. Fräulein Walchs Ton allerdings war ebenso freundlich wie entschlossen, sodass ich sämtliche Briefe für sie durchsah, ohne Erfolg: Es gab keine Post für Fräulein Walch. Sie war sichtlich enttäuscht und ging zurück zu ihrem Zimmer.

Die ganze erste Woche wiederholte sich das Ritual: „Guten Tag! Mein Name ist Fräulein Walch, Zimmer 74. Haben Sie Post für mich?“ Mir wurde langsam unbehaglich: Schon beim Sortieren in der Hauptpost hoffte ich inständig, einen Brief, eine Karte, eine Werbung, ja irgendetwas für Fräulein Walch zu finden – vergeblich. Täglich hörte ich ihre Sätze, täglich spürte und sah ich ihre Enttäuschung.

In der zweiten Woche erzählte sie mir unvermittelt, dass sie aus Berlin stamme und ihr Vater dort Architekt gewesen sei. Sie legte überaus großen Wert auf die Anrede „Fräulein“, was bemerkbar wurde, als ich sie mit „Frau“ ansprach. Dringend und oft riet sie mir, niemals zu heiraten und keine Kinder zu bekommen – ihr Vater habe ihr so ein wunderbares Leben ermöglicht.

Unsere täglichen Gespräche änderten allerdings nichts an den betrüblichen Tatsachen – ich hatte keine Post für sie, und sie war enttäuscht. Am Ende der zweiten Woche beschloss ich, zukünftig an manchen Tagen Abhilfe zu schaffen: Frühmorgens, beim Sortieren, hielt ich Ausschau nach Werbematerialien, auf die ich „Fräulein Walch, Zimmer 74“ schreiben würde.
Am Montag der dritten Woche übergab ich ihr, nach den obligatorischen Sätzen, strahlend zwei Briefe. Zu meiner Überraschung strahlte Fräulein Walch nicht – das hätte, wie mir erst viel später bewusst wurde, nicht zu ihrem stets zurückhaltenden und beherrschten Wesen gepasst. Sie lächelte mich still an und bedankte sich.

So vergingen die ersten vier Wochen mit Fräulein Walch, und ebenso vergingen fünf Jahre, in denen ich in jedem Sommer drei Monate als „Aushilfsbriefträgerin“ arbeitete, immer auch für drei bis vier Wochen im Ida-Scipio-Heim. An manchen Tagen hatte ich Post für Fräulein Walch, an manchen Tagen nicht ...

Nach dem Studium schrieb ich ihr aus jedem Urlaub eine Karte und besuchte sie hier und da. (Verheimlicht habe ich ihr allerdings, dass ich entgegen ihrem Rat geheiratet und Kinder bekommen hatte.) Eines Tages las ich ihre Todesanzeige, die das Ida-Scipio-Heim aufgegeben hatte – sie besaß keine Angehörigen. Durch ihre täglich wie-derkehrenden Sätze – „Guten Tag! Mein Name ist Fräulein Walch, Zimmer 74. Haben Sie Post für mich?“ – durch ihr Lächeln, ihr Auftreten, vor allem durch ihre gleich-bleibende Würde ist sie mir über 40 Jahre in Erinnerung geblieben.

So war es für mich selbstverständlich, dass ich mich im Juli 2018, als ich für meine Tante einen Kurzzeitpflegeplatz brauchte, zuallererst an die Verwaltung des Ida-Sci-pio-Heims wandte. Nach dem Gespräch suchte ich das „Zimmer 74“, das es an der früheren Stelle nach der Renovierung natürlich nicht mehr gibt. Wenn ich seither meine Tante besuche, sehe ich manchmal in Gedanken Fräulein Walch aufrecht und elegant im Eingangsbereich stehen und höre ihre Sätze. Jutta Detterer September 2018

Atemtherapeutische Arbeit

Ulrike Mack

Frau Ulrike Mack bietet in unserer Einrichtung, dem Ida-Scipio-Heim die Atemtherapie an. Gerade im Umgang mit sehr unruhigen Senior*innen suchen wir häufig nach alternativen Möglichkeiten zu Medikamenten und Co. Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang, über menschlicher Zuwendung den Zugang zu den Einzelnen zu suchen. Die Atemtherapie stellt für uns diese alternative Möglichkeit dar und so hat sich der Kontakt zu Frau Mack ergeben.

Frau Mack ist ausgebildete Atemtherapeutin, ihre Ausbildung hat Sie am Ilse Middendorf Institut absolviert. Durch die Betreuung ihres Vaters, der schwer an Parkinson erkrankte, ist sie zu ihrer jetzigen Arbeit gekommen: die Begleitung älterer Menschen und schwer erkrankter Menschen.

In Ihrer Arbeit als Atemtherapeutin im Ida-Scipio-Heim steht für Sie die Begegnung mit dem Menschen im Mittelpunkt. Über Ihre Hände geht Sie in den direkten Kontakt mit den betreffenden Menschen. Dabei ist Ihr die Haltung der Achtsamkeit sehr wichtig.

Aus der Betrachtung der Atemtherapie bietet der Atem die Möglichkeit den Menschen mit seinem Körper, seiner Seele und seinem Geist zu verbinden. Dies gilt auch gerade für Menschen, die sich nicht oder nicht mehr artikulieren können. Dabei geht es in der Behandlung nicht nur um Entspannung, Stressverminderung und Schmerzlinderung, sondern auch um Halt und Geborgenheit.

Unsere Senior*innen reagieren sehr positiv auf die Atemtherapie und freuen sich auf den wöchentlichen Besuch von Frau Mack.

Musizieren mit Senioren

Ektarina Kardakov

Einmal im Monat bietet Frau Ektarina Kardakova im Ida-Scipio-Heim eine professionelle Singstunde für unsere Senioren an.  Die Singstunde wendet sich vor allem an unsere dementen Senior*innen.

In der Singstunde erleben die Senior*innen eine Reise durch die Zeit und durch verschiedene Musikgenre. Dazu gehören z.B. bekannte Stücke wie „Ave Maria“ von Bach, Walzer von Jaques Offenbach, Ilse Werner und viele andere. Durch das gemeinsame Singen der altbekannten Lieder wird das Gedächtnis aktiviert und schöne Kindheitserinnerungen kommen zum Vorschein.

Zusätzlich werden die Orff´schen Musikinstrumente von unseren Senior*innen zum Spielen genutzt. Die Sitztänze animieren dazu sich in gemütlicher Runde gemeinsam nach den bekannten Musikstücken zu bewegen.

Unsere Senior*innen genießen die Musikstunde im Kaminzimmer mit Frau Kardakova sehr und es ist immer wieder ein schönes Erlebnis, dass der Gruppe viel Freude bringt.

Geflüchtete informieren sich über Altenpflege-Berufe

Flüchtlinge, die sich über Berufseinstiege in der Altenpflege informiert haben

Um geflüchtete Menschen an den deutschen Arbeitsmarkt heranzuführen, bietet ein Projekt der Hilfen für Flüchtlinge der Stadt Mannheim ihnen Einblicke in verschiedene Berufsfelder. Im Mai besuchten so elf junge Frauen und Männer aus Eritrea sowie Syrien gemeinsam mit Dolmetschern das Ida-Scipio-Heim der APH in der Neckarstadt.

Dort informierten die Mitarbeiter des Heims sie aus erster Hand über Pflegeberufe sowie -ausbildung. Die Kollegen der APH erläuterten den Besuchern aus den Erstaufnahmeeinrichtungen zunächst die Organisation eines Altenpflegeheims und stellten die unterschiedlichen Berufsbilder vor, die dort tätig sind: von examinierten Altenpflegern sowie Altenpflegehelfern über Pflegehelfer und Alltagsbegleiter bis hin zu Verwaltungsangestellten, Köchen, Hauswirtschaftern sowie Mitarbeiter des technischen Diensts.

Bei einem Rundgang durch das Haus bekamen die Besucher einen Einblick in den Heimalltag und konnten mit Bewohnern und Mitarbeitern ins Gespräch kommen. Die Besucher waren unter anderem sehr beeindruckt, welche Möglichkeiten die Heimbewohner haben, ihre Freizeit zu gestalten. Für die Mitarbeiter des Ida-Scipio-Heims war es eine schöne Erfahrung, den Besuchern die Altenpflege näher zu bringen – vielleicht findet dadurch eine der geflüchteten Personen später zu einer Beschäftigung in diesem Berufsfeld.

Kontextspalte

Einrichtungsleitung

Petra Anton



Aktuelles

Musizieren mit Senioren

Mit Ektarina Kardakova eine musikalische Reise durch die Zeit erleben: Jeden Monat findet vor allem für die dementen Senior*innen eine Singstunde mit verschiedenen Musikgenre statt.

Ida-Scipio-Heim Gastgeber für VdK-Jubiläum

VDK Jubiläum im ISH

Therapiebegleithündin Django

Regelmäßig besucht die Therapiebegleithündin Django zusammen mit Frauchen Sarah Strumillo das Ida-Scipio-Heim. Hier stellt Django sich Ihnen vor.


Bildergalerie

Bildergalerie des ISH

Pflegenoten

MDK Pflegenoten des ISH